Normen Persönlicher Schutzausrüstung (PSA)

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) gem. Richtlinie 89/686/EWG dient dem Schutz des Trägers. Sie wird in drei Kategorien eingeteilt.

PSA Kategorie I
Schutzkleidung der Kategorie I schützt vor einfachen persönlichen Risiken deren Auswirkung vom Benutzer rechtzeitig und ohne Gefahr wahrgenommen werden kann. Z.B. Rallyekombi gegen Schmutz. Für Schutzkleidung der Kategorie I muss keine EG-Baumusterprüfbescheinigung ausgestellt werden.

PSA Kategorie II
In dieser Kategorie werden alle PSA erfasst, die weder der Kategorie I noch der Kategorie III zugeordnet sind. Sie schützt Personen vor Gefahren mittleren Risikos, z.B. Warnschutzbekleidung oder leichter Hitzeschutz. Eine externe Stelle muss Schutzkleidung der Kategorie II zertifizieren und eine EG-Baumusterprüfbescheinigung ausstellen. Diese ist für 5 Jahre gültig.

PSA Kategorie III
Kategorie III werden alle PSA zugeordnet, die gegen tödliche Gefahren oder ernste irreversible Gesundheitsschäden schützen sollen und bei denen man davon ausgehen muss, dass der Benutzer die unmittelbare Wirkung der Gefahr nicht rechtzeitig erkennen kann, z.B. die Gefahr eines Störlichtbogens oder Chemikalienspritzer. Die Zertifizierung muss ebenfalls durch eine externe Stelle erfolgen. Außerdem unterliegt PSA der Kategorie III einem EG-Qualitätssicherungssystem welches die Überwachung sicherstellt und die Prüfung in regelmäßigen Abständen wiederholt. 

EN 343 Schutzkleidung gegen schlechtes Wetter
Die Europäische Norm klärt die Anforderungen an die Schutzkleidung gegen schlechtes Wetter. Die geprüften Parameter dieser Norm sind der Wasserdurchgangswiderstand (Wasserdichtheit) und der Wasserdampfdurchgangswiderstand (Atmungsaktivität).
Diese beiden Parameter werden ebenfalls in 3 Klassen eingestuft.

EN 342 Schutzkleidung gegen Kälte
Die Schutzkleidung wird bei Arbeiten in Kühlhäusern getragen. Um optimalen Schutz zu bieten, muss die Bekleidung als Anzug (Parka – Latzhose, Blouson – Latzhose oder Overall) getragen werden. Weiterhin entsprechende Kopf- und Handbedeckung sowie Schutzschuhe. Bei dem Prüfverfahren nach EN 342 wird die Wärmeisolation sowie die Luftdurchlässigkeit getestet.
 
EN 14058 Arbeiten in kühler Umgebung
Bei gemäßigt niedrigen Temperaturen werden Kleidungsstücke gegen örtliche Abkühlung des Körpers auch für Aktivitäten im Innenbereich verwendet, so z. B. in der Lebensmittelindustrie. In diesen Fällen brauchen die Kleidungsstücke oftmals nicht aus wasserdichten oder luftundurchlässigen Materialien hergestellt zu werden. Die Kleidungsstücke dienen zum Schutz des Körpers gegen kühle Umgebungen.

DIN EN ISO 20471 für Warnschutzbekleidung (NEU)
Dunkelheit und schlechte Sichtverhältnisse sind große Risikofaktoren bei Arbeiten im Freien. Besonders Gefahrensituationen im Straßenverkehr, wie z.B. an Baustellen, werden häufig unterschätzt. Auch im Gleisbereich der Bahn, an Flughäfen oder im Hafenbereich hat gute Sichtbarkeit oberste Priorität. Die neue Norm DIN EN ISO 20471 ersetzt die bisherige Norm DIN EN 471. Warnschutzkleidung, die nach DIN EN 471 zertifiziert ist darf jedoch weiterhin verkauft und getragen werden.

EN 471 für Warnschutzbekleidung (ALT)
Die Europäische Norm regelt die Anforderungen an das reflektierende Material, das für die Warnkleidung zu verwenden ist, sowie die Mindestflächen und die Anordnung der Materialien zueinander. Die Mindestfläche des sichtbaren Materials, das heißt des fluoreszierenden Hintergrundmaterials in Kombination mit dem reflektierenden Material, wird in 3 Klassen aufgeteilt: Die Klasse 3 ist die höchste Klasse, mit der höchsten Sichtbarkeit. Die Klasse 1 ist die geringste Sichtbarkeitsklasse, die mindestens erreicht sein muss, um ein Zertifikat zu erhalten. Das Reflexband wird in 2 Klassen nach den Mindestrückstrahlwerten unterteilt. Die Klasse 2 ist die höchste Klasse, die ein Reflexband erzielen kann.
Die obere Zahl im Piktogramm kennzeichnet die Klasse der Fläche des Hintergrundund Reflexmaterials, die untere Zahl kennzeichnet die Klasse des reflektierenden Materials.
 
EN ISO 11611 ersetzt EN 470-1 Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren
Kleidung gemäß EN ISO 11611 dient dem Schutz einer Person beim Schweißen sowie bei verwandten Verfahren mit vergleichbaren Gefährdungen. Diese Bekleidung schützt den Träger gegen kleine Metallspritzer und sogenannte Schweißperlen sowie gegen kurzzeitigen Kontakt mit Flammen und gegen Stahlungshitze aus dem Lichtbogen. Sie bietet unter üblichen Schweißbedingungen in begrenztem Maße elektrische Isolation gegenüber unter Gleichspannung bis ungefähr 100 V stehenden elektrischen Leitern.
 
EN 470-1 Schweißerschutz
Diese Kleidung schützt gegen kleine Metallspritzer (Schweißperlen) und gegen kurzzeitigen Kontakt mit Flammen. Schutzkleidung für Schweißen und ähnliche Verfahren, Schutzkleidung gegen Hitze und Flammen. Diese Schutzkleidung brennt nicht weiter, wenn sie unbeabsichtigt mit einer Zündflamme berührt wird. Sie schützt den Träger gegen Metallspritzer beim Schweißen oder Schneiden, aber nicht unbedingt gegen größere Mengen von flüssigem Metall bei Gießarbeiten.
 
EN ISO 11612 ersetzt ehemals EN 531, Schutz für hitzeexponierte Industriearbeiter
Schutzkleidung, die für den Schutz gegen kurzen Kontakt mit Flammen und wenigstens eine Art von Hitze vorgesehen ist. Die Hitze kann konvektiv, strahlend oder durch große flüssige Metallspritzer verursacht werden – oder in Kombination dieser Einwirkungen eintreten. Die Anforderungen an die begrenzte Flammausbreitung müssen immer erfüllt sein.

EN 531 Schutz für hitzeexponierte Industriearbeiter
Schutzkleidung, die für den Schutz gegen kurzen Kontakt mit Flammen und wenigstens eine Art von Hitze vorgesehen ist. Die Hitze kann konvektiv, strahlend oder durch große flüssige Metallspritzer verursacht werden – oder in Kombination dieser Einwirkungen eintreten. Die Anforderungen an die begrenzte Flammausbreitung müssen immer erfüllt sein. Ein erhöhter Sauerstoffgehalt der Luft verringert den Schutz der Kleidung gegen Entflammen. Warnung: Die begrenzte Flammenausbreitung geht verloren, wenn die Kleidung mit entzündlichen Stoffen verunreinigt wird. Verschmutzte Kleidung kann zu einer Reduzierung des Schutzes führen.

EN 13034 Typ 6 Chemikalienschutz
Schutzkleidung mit eingeschränkter Schutzwirkung gegen die Einwirkung kleiner Mengen versprühter (flüssige Aerosole, Spray) oder verspritzter (mit niedrigem Druck auftreffende) Chemikalien geringer Gefährlichkeit. Keine vollständige Barriere gegen Flüssigkeitspermeation, da der Anwender bei Kontamination rechtzeitig geeignete Maßnahmen treffen kann. Die Schutzkleidung wird z. B. in der Chemie- und Erdölindustrie sowie der Labortechnik eingesetzt. Die Bekleidung schützt nicht vor organischen Lösungsmitteln.

EN 1149-3 Prüfverfahren Messung des Ladungsabbaus (Antistatic)
Messung des Abbaus elektrostatischer Ladung von der Oberfläche von Kleidungsmaterialien. Ladungsabbau = die Wanderung von Ladung über oder durch ein Material, wodurch die Ladungsdichte oder das Oberflächenpotenzial an dem Punkt, an dem sich die Ladung befand, verringert wird.
Typische Einsatzgebiete sind Versorgungsbetriebe (z. B. Gas, Flüssigbrennstoffe, Treibstoffe), Petrochemie, Tankstellen, Tankreinigungen etc.
Auf sichere Erdung z. B. durch leitfähiges Schuhwerk (Durchgangswiderstand des Schuhs
EN 1149-5 Leistungsanforderungen für elektrostatische Eigenschaften
Diese Norm ist Teil einer Normenserie von Prüfverfahren und Anforderungen für elektrostatische Eigenschaften von Schutzkleidung. Sie legt für elektrostatisch ableitfähige Schutzkleidung die Anforderungen zur Vermeidung von zündfähigen Entladungen fest. In brennbaren Atmosphären, die mit Sauerstoff angereichert sind, können die Anforderungen möglicherweise nicht genügen. Diese Norm gilt nicht für den Schutz vor Netzspannung.

EN 61482-1-2 Klasse 1 Lichtbogenschutz (4 kA/500 ms)
Die Norm bezieht sich auf eine Prüfung, die die Einwirkung eines Störlichtbogens auf die Körpervorderseite in Höhe des Brustbereiches simuliert. Die Kleidung ist keine elektrisch isolierende Schutzkleidung – sie dient nicht als Schutz gegen Körperdurchströmung.
Zum vollständigen Personenschutz ist geeignete zusätzliche Schutzausrüstung (z. B. Handschuhe, Hauben, Visier) zu tragen. Kleidung stets geschlossen tragen. Die Schutzkleidung ist bei Arbeiten im Niederspannungsbereich wie z. B. Hausanschlusskästen zu tragen, um den Träger gegen die thermischen Auswirkungen eines Störlichtbogens zu schützen.

DIN EN 10524
Die Arbeitskleidung nach DIN 10524 ist keine PSA die den Träger der Kleidung schützt. Die Normvorgaben dienen der Einhaltung von hygienisch einwandfreien Bedingungen beim Umgang mit Lebensmitteln. Art und Umfang der Arbeitsbekleidung ist auf die jeweils nötigen Gegebenheiten am Arbeitsplatz, die Art der Produkte und Prozesse abzustellen. Die Arbeitsbekleidung in Lebensmittelbetrieben sollte vermeiden, dass durch eine ungeeignete Bekleidung bzw. einen nicht bestimmungsgemäßen Zustand eine nachteilige Beeinflussung der hergestellten, behandelten oder in Verkehr gebrachten Lebensmittel eintreten kann. Je nach Analyse der Risikoklasse (RK 1-3) ist der Wechsel der Kleidung vorgeschrieben: RK 1 = wöchentlicher Wechsel, RK 2 = täglicher Wechsel, RK 3 = mindestens täglicher Wechsel; bei allen Klassen kann je nach Verschmutzung ein früherer Wechsel notwendig sein.

OEKO-TEX® Standard 100
Der OEKO-TEX® Standard 100 ist ein unabhängiges Prüf- und Zertifizierungssystem für textile Roh-, Zwischen- und Endprodukte aller Verarbeitungsstufen. Beispiele für zertifizierbare Artikel: rohe und gefärbte/veredelte Garne, rohe und gefärbte/veredelte Gewebe und Gestricke, konfektionierte Artikel (Bekleidung aller Art, Heim- und Haustextilien, Bettwäsche, Frottierwaren, textile Spielwaren u.v.m.)

Schutzkategorien von Schuhen

SB - Grundanforderungen
S1 - Schutzkappe, Zusatzanforderungen (A+FO+E)
S1P - Schutzkappe, durchtrittsicher, Zusatzanforderungen (A+FO+E+P)
S2 wie S1, zusätzlich bedingte Wasserdichtigkeit (A+FO+E+WRU)
S3 wie S2 und zusätzlich durchtrittsicher (A+FO+E+WRU+P)
S4 wie S2, aber als wasserdichter Stiefel
S5 wie S4, zusätzlich durchtrittsicher

Zusatzangaben:
A – antistatische Schuhe
AN - Fußknöchelschutz
C – leitfähige Schuhe
CI – Kälteisolierung (Probe bei -20 °C)
CR - Schnittfestigkeit
E – Energieaufnahme im Fersenbereich
FO – Öl- und benzinresistente Sohle
HI – Wärmeisolierung
HRO – Verhalten gegenüber Kontaktwärme (Wärmebeständigkeit der Sohle bei 300 °C für min.)
I - elektrisches Isolierschuhwerk
M - Mittelfußschutz
P – Durchtrittsicherheit
SRA – Rutschhemmung (Testverfahren: Keramikfliese/Reinigungsmittel)
SRB – Rutschhemmung (Testverfahren: Stahlboden/Glycerin)
SRC – Rutschhemmung (Testverfahren: SRA und SRB bestanden)
WR – Beständigkeit des gesamten Schuhs gegen Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme
WRU – Beständigkeit des Schuhoberteils gegen Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme